Als am 4. Mai 1980 landesweit die Fernseher schwarz schalten, und der Moderator eine halbe Minute später verkündet „Genosse Tito ist gestorben“, ahnen wenige den Anfang vom Ende der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und das Ausmaß der sie ablösenden Nationalismen.
Elegies of an Idea ist ein visueller Essay über den Umgang mit Erinnerung im ehemaligen Jugoslawien. Anhand von Erzählungen und Orten in den entstandenen Nationalstaaten interpretiert die Arbeit Beziehungen zur Geschichte mit Blick auf die Frage, inwiefern Vergangenes in der Gegenwart weiterlebt und diese konstituiert.
Die ehemalige Kneipe ,,Trenk'' in Podvinje. Seitdem 1998 ein kroatischer Kriegveteran 7 Gäste erschossen hat, ist sie geschlossen. Der Täter soll im Jugoslawienkrieg seine Familie verloren und mehrmals von Selbstmord und der Sinnlosigkeit des eigenen Lebens gesprochen haben
Bei den Feierlichkeiten anlässlich Titos Geburtstags sitzen ehemalige Politiker Jugoslawiens und Partisanen in der ersten Reihe. Viele von ihnen haben nach Titos Tod die Teilung vorangetrieben und politische Karrieren in den entstehenden Nationalstaaten gemacht.
Gästebuch im Haus der Blumen, mit der Inschrift ,,Mr. Tito was our leader, and our shining example'' und ,,We love Mr. Tito''
Vuk Dapcevic, Sohn des jugoslawischen Offizier Peko Dapcevic, der 1945 die Befreiung Belgrads von den Nationalsozialisten angeführt hat. Ich treffe ihn im Haus seiner Eltern, dass er noch immer bewohnt. Er erzählt von Partei-internen Machtkämpfen in der KPJ, seinem Vater und einer Kindheit Vorgarten an Vorgarten mit Tito. Im Haus ist es kalt, er entschuldigt sich dafür, dass es nicht beheizt ist. Auf die Frage, was er über die aktuelle politischen Situation in Serbien denkt sagt er: ,,I think that I live in fascism. It's psycho fascism. It's not country, it's private country. There is no law, It's not a system, you must be with the rulers so you can exist.’’